Aktuelles


 

Zum Tod von Wolfgang Ludwig

Kurz vor seinem 90. Geburtstag verstarb am 8. Januar 2024 Wolfgang Ludwig, Ehemann und Witwer unserer Ehrenvorsitzenden Johanna Ludwig.                                                                  

Herr Ludwig konnte sich zwar nie dazu entscheiden, Mitglied der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. zu werden, doch war er dem Verein immer spürbar verbunden und wurde sehr geschätzt. Zugegeben, viele Mitglieder kannten ihn „nur“  als Ehemann und Fahrer der rührigen Vorsitzenden. Doch er war mehr als nur ihr Fahrer. Er unterstützte sie nach besten Kräften und hielt ihr den Rücken frei, wie man so schön sagt. Die auf der Feier zu Johanna Ludwigs 75. Geburtstag am 26. Januar 2012 entstandenen Schnappschüsse sprechen für sich.

Unser Gründungsmitglied Prof. Dr. Godula Kosack wollte seine Verdienste in ihrem Vorwort für die Neuauflage von LOPs „Schloß und Fabrik“  (2021)  lobend erwähnen. Allerdings bat Herr Ludwig darum – bescheiden wie er war – diese Stelle zu streichen:

„Das alles fiel in eine Zeit, in der Johanna Ludwigs Gesundheit äußerst angeschlagen war und sie sich auch einer OP unterziehen musste. Glücklicherweise hatte sie in Wolfgang Ludwig einen Lebenspartner, der nicht nur großen Anteil an ihren Aktivitäten nahm, sondern sie auch in ihrer Abwesenheit mit großer Sachkenntnis vertreten konnte. Wenn vonseiten der Frauen stets angemahnt wird, hinter bedeutenden Männern auch die mitwirkenden Frauen zu würdigen, so gebührt die Anerkennung auch Johanna Ludwigs unermüdlich mitarbeitendem Ehemann.“

                                                                                                                                                                                                                                                                      Und auch nach dem Tod von Johanna Ludwig bewies er vielfach seine Sympathie für die LOPG – sei es durch regelmäßige Teilnahme an unseren Sommertreffen, Jahresauftakten und anderen Veranstaltungen oder durch großzügige Spenden, wenn mal wieder das Geld knapp war.

Überaus dankbar sind wir nicht zuletzt dafür, dass er zugestimmt hat, einen Teil des Nachlasses seiner Frau unserem Archiv zuzuführen, womit u.a. wichtige Forschungs- und Vereinsunterlagen zu uns (zurück) kamen und auch die Bibliothek bereichert wurde. Die Übergabe war ein hoch emotionaler Moment für beide Seiten.


Schulpraktikum bei der LOPG e.V.

In den beiden Wochen vor den sächsischen Winterschulferien hat unsere Schülerpraktikantin Luka vielseitige Einblicke in die Vereinsarbeit und das LOPA bekommen. Ihre Erfahrungen hat sie in einem Instagram-Post festgehalten:


Einladung zum Jahresauftakt der LOPG e.V.

Samstag, 20. Januar 2024, 13 Uhr in der Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig, Permoserstr. 15, 04318 Leipzig

Führung in der Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig

Vor Ort werden wir uns mit der NS-Praxis der Zwangsarbeit beschäftigen, die in Leipzig weiblich war. Zudem wird es interessant sein, zu erfahren, wie dieser Verein, der ebenso wie unserer Verein ein Dokumentationszentrum hat und mannigfaltig eingebunden ist in Wissenschaft, Vermittlung und zivilgesellschaftlichen Initiativen, ihre vielen Aktivitäten (die ebenso wie bei uns auch im Ehrenamt, mit angestellten und freien Mitarbeiterinnen umgesetzt wird) managt. 

Wir treffen uns dazu ca 10 Minuten vorher (12:50 Uhr) vor dem Eingang auf der Permoserstr. 15


Freitag, der 19. Januar 2024, Haus des Netzwerks für demokratische Kultur e.V. in Wurzen

Workshop mit Studierenden: "Revolution in Sachsen und ihre Akteur:innen - Haben Revolutionen ein Geschlecht?"

In diesem Jahr findet der 35. Jahrestag der Friedlichen Revolution von 1989 statt und auch hier wurden aktive Frauen dieser Zeit im öffentlichen Erinnern häufig unsichtbar gemacht.

Um dem entgegen zu wirken, fand in Kooperation mit Prof. Dr. Susanne Schötz und deren Student:innen der TU Dresden  (Modul: „Frauen in der Revolution von 1848/49. Ereignisse, Entwicklungen, Wahrnehmungen“) sowie in Kooperation mit Prof. Dirk van Laak von der Universität Leipzig (Modul: "Erlebte Wende. Unterschiedliche Perspektiven auf die historische Zäsur von 1989") eine gemeinsame Beschäftigung mit Frauen/Geschlechterperspektiven auf/in Revolution statt.

Am Ende beider Seminare trafen sich die Student:innen am 19.01.2024 in einem vom fem/pulse-Projekt organisierten Workshop im Haus des Netzwerks für Demokratische Kultur e. V. in Wurzen unter dem Titel"Revolution in Sachsen und ihre Akteur:innen - Haben Revolutionen ein Geschlecht?" und tauschten sich aus.

► Marie Bak, ERASMUS-Studentin der Uni Leipzig aus Aarhus, Dänemark, hat ihre Eindrücke in einem Bericht festgehalten. Hier ein kleiner Auszug:

"Nach einer Mittagspause begann der zweite Teil des Workshops mit Diskussionen in Kleingruppen. Hier wurden verschiedene Fragen diskutiert, beispielsweise ob und inwiefern das Engagement von Frauen in den Revolutionen als feministisch betrachtet werden kann und welche Kontinuitäten es zwischen den Revolutionen gab. Die Fragen führten zu einer spannenden Diskussion mit unterschiedlichen Überlegungen und Positionen, aber auch vielen Fragen. Welche Rolle spielte das Geschlecht der Frauen für ihr Engagement in der Revolution von 1848/49? Wie unterscheiden sich die Erfahrungen älterer und jüngerer Frauen und Männer in der Friedlichen Revolution vom 1989?

Wir sprachen darüber, wie verschiedene Erfahrungen und Sichtweisen einbezogen werden können – nicht nur weibliche, sondern auch andere (marginalisierte) Perspektiven, die bis heute oft nicht berücksichtigt werden. Wenn die ‚Geschichte‘ diese Erfahrungen nicht aufgreift und sichtbar macht. wird auch das Erinnern verzerrt und wir verpassen vielleicht die Chance, uns an neue Vorbilder zu erinnern und unsere Geschichte besser zu verstehen."


10 Jahre "Frauen machen Geschichte – Leipziger Frauenporträts online"