Abendunterhaltungen - ein feministischer Freiraum in Leipzig
Abendunterhaltungen des Jahres 2026
Donnerstag, 26.11.2026, 19 Uhr, Cineding (Karl-Heine-Str. 83, 04229 Leipzig)
Filmvorführung des DEFA-Films "Nur eine Frau"
1954 hatte Hedda Zinner mit ihrem Roman „Nur eine Frau" in der DDR großen Erfolg. Vier Jahre später, 1958, wurde der gleichnamige DEFA-Film uraufgeführt. Ein ganz besonderer Film aus der jungen DDR, der mit aufwändigen Kostümen, bezaubernder Filmmusik und opulenter Kulissse überzeugt und von einer der zentralen Verterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts erzählt: Louise Otto-Peters, Dichterin, Schriftstellerin, Journalistin, 1848er-Demokratin und Frauenrechtlerin. 1819 in eine bürgerliche Familie in Meißen geboren, überschritt sie als Frau viele Grenzen der modernen, patriarchalen Welt des 19. Jahrhunderts - davon erzählt dieser außergewöhnliche Spielfilm mit künstlerischer Freiheit.
Nane Pleger (Literaturwissenschaftlerin & Vorstandsmitglied der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V.) wird vorab in den Film einführen und ist im Nachgang für ein Filmgespräch an der Bar des Cinedings anwesend.
Mehr zu dem Film: https://www.defa-stiftung.de/filme/filme-suchen/nur-eine-frau/
Eintritt: 6 EUR / 4 EUR erm.
Donnerstag, 22.10.2026, 19:30 Uhr, Buchhandlung Siebter Himmel (Nikolaistraße 33-37, 04109 Leipzig)
"Die Vorkämpferinnen": Wie aus vielen Frauen eine Bewegung wurde.
Lesung und Gespräch mit Autorin Bianca Walther & Vorstandsmitglied Franziska Deutschmann
Die Historikerin Bianca Walther, Host des Podcast „Frauen von damals“, lässt die Pionierinnen der ersten deutschen Frauenbewegung lebendig werden – von den Revolutionärinnen von 1848 bis zu Marie Juchacz‘ erster Rede vor der Nationalversammlung im Jahr 1919. Entlang der Lebenswege und Netzwerke von Louise Otto-Peters, Helene Lange, Minna Cauer, Clara Zetkin und vieler weiterer Aktivistinnen zeichnet sie ein facettenreiches Bild einer Bewegung, die sich trotz massiver Widerstände Gehör verschaffte, Bündnisse schmiedete und leidenschaftlich debattierte – auch miteinander.
Lernen Sie dieses großartige Buch und dessen Autorin Bianca Walther kennen. Ausgangspunkt unserer Veranstaltung ist Louise Otto-Peters' Leben und Wirken sowie die Situation von sächsischen Textilarbeiterinnen - ein Teil sächsischer Geschichte, den bisher kaum eine*r kennt.
Eine Abendunterhaltung der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Concept Store Siebter Himmel. Die Veranstaltung wird mitfinanziert vom Kulturamt der Stadt Leipzig.
Tickets gibt es hier.
Donnerstag, 25.06.2026, 19:00-21:30 Uhr, Cineding (Karl-Heine-Straße 83, 04229 Leipzig)
Filmvorführung: Warum Frauen Berge besteigen sollten. Eine Reise durch Leben und Werk von Dr. Gerda Lerner
Das Lebensziel von Gerda Lerner war es „[…] zu beweisen, dass Frauen eine Geschichte haben“. Die bahnbrechende feministische Historikerin, Autorin und soziale Reformerin widmete ihr Leben der Sichtbarmachung weiblicher Spuren in der Geschichte. Als Jüdin und Sozialistin floh sie 1939 vor den Nazis aus Wien und kämpfte in den USA weiter für soziale Gerechtigkeit. Der Film thematisiert das persönliche, berufliche und politische Leben Gerda Lerners. Ausgehend von den revolutionären Errungenschaften der Frauen im 20. Jahrhundert wirft der Film auch einen Blick in die Zukunft und geht der Frage nach: Wo stehen Frauen* heute? Und was ist der nächste Schritt?
Die Filmvorführung wird durch eine Einführung zu Gerda Lerners Person wie zu ihrer Arbeit von Nane Pleger, Literaturwissenschaftlerin & Vorständin der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V., begleitet.
Eintritt: 6 EUR / 4 EUR erm.
Tickets über cineding-leipzig.de
© absolut Medien GmbH
Mittwoch, 22.04.2026, 18 Uhr, Erich-Schilling-Saal, Volkshaus Leipzig (Karl-Liebknecht-Str. 30-32, 04107 Leipzig)
Maria Grollmuß (24.04.1896 - 6.08.1944). Erkundungen zum 130. Geburtstag
mit Dr. Birgit Sack und Franziska Deutschmann
Maria Grollmuß, gebürtige Leipzigerin, hat in der Messestadt studiert und promoviert. Heute erinnert eine Straße im Stadtteil Gohlis an sie. Doch es gibt wenig gesichertes Wissen über diese Historikerin, die zu den wenigen Deutschen gehörte, die sich dem NS-Regime aktiv widersetzten. Aufgewachsen in einem bürgerlich-katholischen Elternhaus im Kaiserreich, endete ihr Leben im Nationalsozialismus mit nur 48 Jahren im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Als junge Frau entwickelte sie sich von einer enthusiastischen Anhängerin der Weimarer Republik zu deren entschiedenen Kritikerin. Zeit ihres Lebens agierte sie wenig anpassungs- und kompromissbereit.
Nun freuen wir uns, anlässlich des 130. Jubiläums ihres Geburtstages in Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund Leipzig-Nordsachsen neue Einsichten in ihr Leben und in ihre Zeit zu erhalten sowie einige Deutungslinien zu hinterfragen. Franziska Deutschmann (Vorstand Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V.) wird gemeinsam mit Dr. Birgit Sack (Maria-Grollmuß-Biografin und Leiterin der Gedenkstätte am Münchner Platz / Stiftung Sächsische Gedenkstätten) herausfinden, inwiefern die Erzählungen, die Maria Grollmuß zur sozialistischen Kämpferin, Gewerkschafterin oder Verfechterin weiblicher Emanzipation machten, mit ihren inneren Widersprüchen und ihrem wechselhaften Lebensweg übereinstimmen. Auszüge aus Briefen und Schriften von Maria Grollmuß runden das Gespräch der beiden Expertinnen ab.
Eine Kooperationsveranstaltung der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. und dem DGB Leipzig-Nordsachsen
Finanziert durch das Kulturamt Leipzig
Mittwoch, 18.03.2026, 16:00 Uhr, Louise-Otto-Peters-Schule (Mensa), Bornaische Str. 104, 04277 Leipzig
Kommentierte Lesung
des sozialkritischen Romans Schloß und Fabrik (1846) von Louise Otto-Peters
Mit Nane Pleger (Lesende) & Franziska Deutschmann (Referierende)
Als junge Frau verfasste Louise Otto-Peters (1819–1895) – 1848er Revolutionärin, Demokratin und Initiatorin der ersten Frauenbewegung – in den Jahren 1845/46 ihren zweiten Roman Schloß und Fabrik, in welchem sie die sozialen Gegensätze im frühindustriellen Kapitalismus ihrer Zeit reflektiert und die menschliche Ausbeutung sowie Unfreiheit der arbeitenden Klasse kritisiert. Dieser sozialkritische Pionier-Roman durfte vor 180 Jahren nur in stark zensierter Form erscheinen. Nachdem die Zensurakte im 20. Jahrhundert wiedergefunden wurde, konnte der Roman 1996 mit den beschlagnahmten Druckbogen rekonstruiert werden – so wie ihn Louise Otto-Peters einst verfasste.
Sie sind herzlich eingeladen, Louise Otto-Peters als Schriftstellerin, Gesellschaftstheoretikerin und Verfechterin demokratischer Werte wie Gleichheit und Freiheit zu entdecken – weitsichtig reflektiert sie in ihrem Roman über die Probleme ihrer Zeit und möglichen Lösungen derselben, wobei sie heute kaum an Aktualität einbüßt.
Die Lesung wird mit biografischen und kontextuellen Informationen ergänzt und von revolutionären Arbeiter:innenliedern musikalisch umrahmt.
Um Anmeldung wird gebeten unter info@lopleipzig.de
Eintritt frei
Eine Veranstaltung der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. anlässlich des Tages der Demokratiegeschichte unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Rahmen des Projekts „fem/pulse 2026: Revolutionär - Demokratisch - Politisch!“ gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig.
Roman
Otto-Peters, Louise: Schloss und Fabrik. Roman. Vollständige Ausgabe des 1846 zensierten Romans. Herausgegeben von der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Godula Kosack, einer Einführung von Dr. Gisela Notz und mit einem Nachwort von Johanna Ludwig. Leipzig: Hentrich & Hentrich Verlag, 2021 [=Zweite aktualisierte und erweiterte Auflage des LOUISEum 3].
Projektleiterin & Ansprechpartnerin:
Nane Pleger
nane.pleger@louiseottopeters-gesellschaft.de
Die Abendunterhaltungen werden in 2026 gefördert vom Kulturamt der Stadt.






