Abendunterhaltungen - ein feministischer Freiraum in Leipzig
Abendunterhaltungen des Jahres 2026
Mittwoch, 22.04.2026, 18 Uhr, Erich-Schilling-Saal, Volkshaus Leipzig (Karl-Liebknecht-Str. 30-32, 04107 Leipzig)
Maria Grollmuß (24.04.1896 - 6.08.1944). Erkundungen zum 130. Geburtstag
mit Dr. Birgit Sack und Franziska Deutschmann
Maria Grollmuß, gebürtige Leipzigerin, hat in der Messestadt studiert und promoviert. Heute erinnert eine Straße im Stadtteil Gohlis an sie. Doch es gibt wenig gesichertes Wissen über diese Historikerin, die zu den wenigen Deutschen gehörte, die sich dem NS-Regime aktiv widersetzten. Aufgewachsen in einem bürgerlich-katholischen Elternhaus im Kaiserreich, endete ihr Leben im Nationalsozialismus mit nur 48 Jahren im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Als junge Frau entwickelte sie sich von einer enthusiastischen Anhängerin der Weimarer Republik zu deren entschiedenen Kritikerin. Zeit ihres Lebens agierte sie wenig anpassungs- und kompromissbereit.
Nun freuen wir uns, anlässlich des 130. Jubiläums ihres Geburtstages in Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund Leipzig-Nordsachsen neue Einsichten in ihr Leben und in ihre Zeit zu erhalten sowie einige Deutungslinien zu hinterfragen. Franziska Deutschmann (Vorstand Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V.) wird gemeinsam mit Dr. Birgit Sack (Maria-Grollmuß-Biografin und Leiterin der Gedenkstätte am Münchner Platz / Stiftung Sächsische Gedenkstätten) herausfinden, inwiefern die Erzählungen, die Maria Grollmuß zur sozialistischen Kämpferin, Gewerkschafterin oder Verfechterin weiblicher Emanzipation machten, mit ihren inneren Widersprüchen und ihrem wechselhaften Lebensweg übereinstimmen. Auszüge aus Briefen und Schriften von Maria Grollmuß runden das Gespräch der beiden Expertinnen ab.
Eine Kooperationsveranstaltung der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. und dem DGB Leipzig-Nordsachsen
Finanziert durch das Kulturamt Leipzig
Mittwoch, 18.03.2026, 16:00 Uhr, Louise-Otto-Peters-Schule (Mensa), Bornaische Str. 104, 04277 Leipzig
Kommentierte Lesung
des sozialkritischen Romans Schloß und Fabrik (1846) von Louise Otto-Peters
Mit Nane Pleger (Lesende) & Franziska Deutschmann (Referierende)
Als junge Frau verfasste Louise Otto-Peters (1819–1895) – 1848er Revolutionärin, Demokratin und Initiatorin der ersten Frauenbewegung – in den Jahren 1845/46 ihren zweiten Roman Schloß und Fabrik, in welchem sie die sozialen Gegensätze im frühindustriellen Kapitalismus ihrer Zeit reflektiert und die menschliche Ausbeutung sowie Unfreiheit der arbeitenden Klasse kritisiert. Dieser sozialkritische Pionier-Roman durfte vor 180 Jahren nur in stark zensierter Form erscheinen. Nachdem die Zensurakte im 20. Jahrhundert wiedergefunden wurde, konnte der Roman 1996 mit den beschlagnahmten Druckbogen rekonstruiert werden – so wie ihn Louise Otto-Peters einst verfasste.
Sie sind herzlich eingeladen, Louise Otto-Peters als Schriftstellerin, Gesellschaftstheoretikerin und Verfechterin demokratischer Werte wie Gleichheit und Freiheit zu entdecken – weitsichtig reflektiert sie in ihrem Roman über die Probleme ihrer Zeit und möglichen Lösungen derselben, wobei sie heute kaum an Aktualität einbüßt.
Die Lesung wird mit biografischen und kontextuellen Informationen ergänzt und von revolutionären Arbeiter:innenliedern musikalisch umrahmt.
Um Anmeldung wird gebeten unter info@lopleipzig.de
Eintritt frei
Eine Veranstaltung der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. anlässlich des Tages der Demokratiegeschichte unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Rahmen des Projekts „fem/pulse 2026: Revolutionär - Demokratisch - Politisch!“ gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig.
Roman
Otto-Peters, Louise: Schloss und Fabrik. Roman. Vollständige Ausgabe des 1846 zensierten Romans. Herausgegeben von der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Godula Kosack, einer Einführung von Dr. Gisela Notz und mit einem Nachwort von Johanna Ludwig. Leipzig: Hentrich & Hentrich Verlag, 2021 [=Zweite aktualisierte und erweiterte Auflage des LOUISEum 3].
Projektleiterin & Ansprechpartnerin:
Nane Pleger
nane.pleger@louiseottopeters-gesellschaft.de
Die Abendunterhaltungen werden in 2026 gefördert vom Kulturamt der Stadt.



