1. Louise-Otto-Peters-Platz (Kinderspielplatz im Rosental am Zöllnerweg). Das Denkmal für Louise-Otto-Peters (1819-1895), "Führerin auf neuen Bahnen", wurde vom Allgemeinen deutschen Frauenverein (AdF) durch Spenden finanziert und 1900 an der Außenmauer des Alten Johannisfriedhofs errichtet. Es steht seit 1925 am Rande des 1871 auf Initiative des AdF eingerichteten ersten öffentlichen Kinderspielplatzes Leipzigs, weil am ursprünglichen Standort das Grassimuseum gebaut wurde.
  2. Lortzingstraße 5 (ehem. An der alten Burg 14). Hier wohnte um 1862/63 Auguste Schmidt (1833-1902), Pädagogin, Publizistin und Frauenrechtlerin, Mitbegründerin des Frauenbildungsvereins (FBV), AdF und Bundes Deutscher Frauenvereine (BDF), enge Mitstreiterin und Freundin von Louise Otto-Peters. An ihr Wirken erinnert eine zu ihrem 170. Geburtstag im August 2003 am erhalten gebliebenen Haus angebrachte Inschrift.
  3. Pfaffendorfer Straße 4 (Gebäude neben den Stadtwerken Leipzig). Eldorado, ab 1878 auch Veranstaltungsort für verschiedene Stiftungsfeste und Abendunterhaltungen des FBV.
  4. Pfaffendorfer Str. 17. Hier lebte und arbeitete von 1894 bis Ende 1900 Anna Kuhnow (1859-1923), die erste niedergelassene approbierte Ärztin Leipzigs. Zuvor wirkte sie ab 1890 im Ranstädter Steinweg 13. Sie hatte mit einem Stipendium des AdF in der Schweiz studiert.
  5. Ecke Nordstraße/Keilstraße, Löhrs Carree (ehem. Nordstraße 23). von Steybersches Institut. 1874 bezog das 1848 von Ottilie von Steyber (1804-1870) als Pensions- und Unterrichtsanstalt für Töchter gegründete Institut Räumlichkeiten an dieser Stelle. 1870 übernahm Auguste Schmidt die Leitung (s. a. 2 u. 23).
  6. Katharinenstraße 15 (ehem. Katharinenstraße 19). Speiseanstalt für Frauen und Mädchen 1883-1886. Eine ähnliche Einrichtung eröffnete der Leipziger FBV bereits 1876 am früheren Neumarkt 34, um erwerbstätigen Frauen in ihrer knappen Mittagspause sowie Frauen, die auf der Durchreise waren, ein preiswertes warmes Essen anzubieten. Die Speiseanstalt verband der Verein mit einer Kochlehranstalt. Nach 1886 nutzte der FBV die Räume für die schon 1866 gegründete Vereinsbibliothek, Zusammenkünfte und Veranstaltungen.
  7. Ritterstraße 12 (ehem. Buchhändlerbörse). Am 7. März 1865 hielt Auguste Schmidt hier einen öffentlichen Vortrag zur Frauenfrage, der letztlich zur Gründung des FBV führte. Am 15. Oktober 1865 begann im Festsaal die erste gesamtdeutsche Frauenkonferenz, zu der Louise Otto-Peters und Ottilie von Steyber auf Beschluss der Gründungsversammlung des FBV eingeladen hatten. Ebenfalls Tagungsort der Generalversammlung des AdF am 29. und 30. Oktober 1871. Häufig war die Buchhändlerbörse auch Veranstaltungsort für Vorträge des FBV. Das Gebäude wurde im II. Weltkrieg zerstört. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Gästehaus der Universität Leipzig. Im Eingangsbereich wird an Leipzig als Wiege der deutschen Frauenbewegung erinnert.
  8. Ritterstraße 7 (ehem. Ritterstraße 43). In den im zweiten Stock vom Arbeiterbildungsverein, dessen Vorsitzender seit Februar 1865 August Bebel war, gemieteten Räumen fanden im Herbst 1865 die "Sonntagsschulen für schulentlassene Mädchen" des FBV statt.
  9. Richard-Wagner-Straße 1 (Neubau, Höhe Leipzig-Information, ehem. Parkstraße 11). Hier wohnte Dr. phil. Käthe Windscheid (1859-1943), die Direktorin der Gymnasialkurse des AdF für Mädchen in Leipzig. Die feierliche Eröffnung dieser Kurse Ostern 1894 war Louise Otto-Peters' letzter Auftritt in der Öffentlichkeit.
  10. Schützenstraße 9 (Kreuzung Schützenstrasse/Querstrasse,am Hochhaus, ehem. Schützenstraße 4). Wohnung von Louise Otto-Peters (1819-1895) in den Jahren 1864 bis 1867. Von hier aus baute sie in dieser Zeit den FBV und den AdF als deren Vorsitzende auf und leitete das Vereinsorgan des AdF "Neue Bahnen". In diesem Quartier entstand auch ihre 1866 veröffentlichte wegweisende Streitschrift "Das Recht der Frauen auf Erwerb" .
  11. Wintergartenstraße 17/19 (Freifläche zwischen Hahnekamm und Hofmeisterstraße). Schützenhaus, aus dem der Krystallpalast hervor ging. Dort wurde am 17. und 18. Oktober 1865 die in der Buchhändlerbörse begonnene Frauenversammlung fortgesetzt und der AdF gegründet, dessen Vorsitzende Louise Otto-Peters wurde und bis zu ihrem Tod blieb. 1867 Veranstaltungsort für die Generalversammlung des AdF.
  12. Querstraße 20 (Hof, ehem. Querstraße 26). Hier befand sich der erste vom Verein für Familien- und Volkserziehung (VfFV) im Juli 1872 eröffnete Volkskindergarten der Stadt Leipzig. Für sein Entstehen veranstaltete der FBV 1871 eine Lotterie.
  13. Kreuzstraße 18 (Baulücke, ehem. Kreuzstraße 7). Letzte Wohnung des Ehepaares Brendel. Mit Dr. Franz Brendel, dem verantwortlichen Redakteur der "Neuen Zeitschrift für Musik", und seiner Frau Elisabeth, einer Pianistin sowie Gründungsmitglied des AdF, war Louise Otto-Peters eng befreundet. In diesem Blatt veröffentlichte sie mehrere Beiträge.
  14. Kreuzstraße 29/Ecke Ludwig-Erhard-Straße (umzäunter Parkplatz, bis zur Eingemeindung von Reudnitz 1889 Seitenstr. 1/Ecke Grenzstraße). In der 2. Etage des Mietshauses im damaligen 2. Leipziger Armenbezirk lebte und wirkte die Dichterin, Redakteurin, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters von 1867 bis zu ihrem Tod 1895. Das 1983 wegen einer vorgesehenen Betriebserweiterung abgerissene Haus trug eine Gedenktafel.
  15. Kreuzstraße 31 (Platz vor der Kaufhalle). Eine auf Initiative der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V. geschaffene Stele erinnert seit ihrem 100. Todestag am 13. März 1995 an Louise Otto-Peters.
  16. Lange Straße 8 (im November 2004 abgerissenes Haus, ehem. Lange Straße 4). Hier befand sich der Sitz des Verlages Moritz Schäfer, in dem das Vereinsorgan des AdF "Neue Bahnen" seit 1866 zweimal monatlich erschien.
  17. Dresdner Straße 7 (Brachfläche gegenüber Rabensteinplatz). Nach dem Tod von Auguste Schmidt engagierte sich ein Komitee von Frauen und Männern für die Errichtung eines Auguste-Schmidt-Hauses, "in dem sich alle, die in ihrem Sinn wirken, zu gemeinsamer Arbeit und gemeinsamer Freude zusammenfinden sollen". Das 1915 eingeweihte Haus wurde beim Bombenangriff im Dezember 1943 zerstört.
  18. Alter Johannisfriedhof (Eingang Prager Straße). Zum Lapidarium gehören seit 1995 die 1975 geborgenen Grabsteine von Louise Otto-Peters und ihrem Mann August Peters (1817-1864) sowie von Auguste Schmidt (s. a. 19).
  19. Friedenspark (ehem. Neuer Johannisfriedhof, 1950 geschlossen). Hier wurden in der 4. Abteilung Louise Otto-Peters und Auguste Schmidt bestattet, Höhe Eingang Botanischer Garten, Linné-Str,
  20. Goldschmidtstraße 33 (leerstehende Villa, ehem. Königstraße 14b). Seit 1866 Wohn- und Geschäftsräume des Redakteurs und Verlegers Ernst Keil (1816-1878). In den Zeitschriften ihres "journalistischen Mentors" veröffentlichte Louise Otto-Peters seit 1844 zahlreiche Beiträge. In Keils "Leuchtthurm" erschien 1849 eine Skizze über die Frauenrechtlerin mit einem Bildnis von ihr. Auch in seiner 1853 gegründeten "Gartenlaube" finden sich häufig Notizen zu ihrem Wirken, so 1871 ein bedeutender Artikel zur Frauenfrage in Deutschland mit einem Doppelporträt von Louise Otto-Peters und Auguste Schmidt.
  21. Goldschmidtstraße 26 (früher Königstr. 26). In der 1. und 2. Etage hatte der 1892 gegründete Frauen-Gewerbeverein, der u. a. die berufliche Frauenausbildung förderte, seine Räume. Großzügige Unterstützer waren die Inhaber des Musikverlages C. F. Peters, Dr. Max Abraham und Geheimrat Dr. Henri Hinrichsen. In der Universitätsstraße 4 richtete der Verein 1895 eine Verkaufsstelle ein, in der gewerbliche Arbeiten von Frauen und Mädchen angeboten wurden.
  22. Goldschmidtstraße 20 (ehem. Königstraße 20). Henriette-Goldschmidt-Schule. 1911 wurde hier die Hochschule für Frauen eröffnet, deren geistige Urheberin Henriette Goldschmidt (1825 - 1920), langjähriges Vorstandsmitglied des AdF, war. Finanziell ermöglicht wurde das Vorhaben durch eine Stiftung des jüdischen Musikverlegers Henri Hinrichsen (s. a. 21 u. 30). Ziel war die Errichtung einer Ausbildungsstätte auf hohem geistigen Niveau für junge Mädchen. Eine Tafel am Haus erinnert seit 1986 an diese Gründung.
  23. Goldschmidtstraße 10 (Parkplatz neben Mendelssohn-Haus, ehem. Königstraße 22). Erster Standort des von Ottilie v. Steyber gegründeten Instituts (s. a. 5). Hier traten am 8. März 1865 nach dem Vortrag Auguste Schmidts am 7. März (s. a. 7) 35 Leipzigerinnen dem FBV bei, die Louise Otto-Peters zur Vorsitzenden und Ottilie v. Steyber zu deren Stellvertreterin wählten. Im Saal der Schule fanden anfangs häufig Zusammenkünfte des FBV und des AdF statt.
  24. Goldschmidtstraße 6 (Parkplatz, ehem. Königstraße 24). Sitz der Redaktion der 1861 gegründeten "Mitteldeutschen Volks-Zeitung". Gemeinsam mit ihrem Mann August Peters wirkte Louise Otto-Peters an diesem Blatt und leitete das Feuilleton.
  25. Wilhelm-Leuschner-Platz 10/11 (Stadtbibliothek, ehem. Königsplatz 9). In der Wohnung des Naturwissenschaftlers und revolutionären Demokraten Prof. Emil Adolf Roßmäßler (1806-1867) fanden Anfang 1865 die vorbereitenden Gespräche zur Gründung des FBV statt.
  26. Ernst-Schneller-Straße 4 (ehem. Kramerstraße 4). Lehrervereinshaus. 1885 Ort der außerordentlichen Generalversammlung des AdF, auf der sich die Frauen aufgrund der Gesetzeslage zu dem Beschluss gezwungen sahen, dass verheiratete Frauen künftig nur noch mit Zustimmung ihres Ehemannes Mitglied im AdF werden konnten. Volljährige unverheiratete Frauen konnten weiterhin selbstständig entscheiden. Hier fanden schon seit 1884 die "Sonntagsunterhaltungen für confirmierte Mädchen" des FBV statt.
  27. Karl-Liebknecht-Str.15 (Neubau, ehem. Zeitzer Str. 18). Hier wohnten Alwine Winter (1835-1892), Gründungsmitglied und viele Jahre Hauptkassiererin des AdF und ihr Mann Friedrich Theodor Winter, Advokat und Stadtrat in Leipzig.
  28. Karl-Liebknecht-Straße 32 (Platz hinter dem Volkshaus, ehem. Zeitzer Straße 35). Tivoli, seine Räumlichkeiten dienten auch Veranstaltungen des FBV.
  29. Grassistraße 33 (im II. Weltkrieg zerstört, jetzt Neubau). Hier wohnte und wirkte von 1893 bis 1902 Auguste Schmidt, Vorsitzende des BDF (1894 -1899) und Vorsitzende des AdF (1895 bis zu ihrem Tod).
  30. Friedrich-Ebert-Straße 16 (ehem. Weststraße 16). Henriette-Goldschmidt-Haus. Der 1871 von Henriette Goldschmidt gegründete VfFV erwarb dieses Gebäude 1889 mit Spenden vorwiegend jüdischer Bürger. Es beherbergte u. a. das Seminar für Kindergärtnerinnen und das Lyzeum für Damen und ab 1902 die Wohnung Henriette Goldschmidts. Nach deren Tod - die Grabstätte befindet sich außerhalb des Stadtkerns auf dem alten jüdischen Friedhof Berliner Straße - und der Auflösung des Vereins wurde das Gebäude in die 1916 zum Zwecke der Frauenbildung errichtete Henri-Hinrichsen-Stiftung aufgenommen und von der Stadt Leipzig treuhänderisch verwaltet. Trotz massiver Proteste erfolgte am 18. März 2000 der Abriß des denkmalsgeschützten Hauses für eine Straßenerweiterung.
  31. Dittrichring 13/15 Ecke Gottschedstraße (Neubau, ehem. An der Pleiße 4), Centralhalle. In deren Festsaal sprach Auguste Schmidt beim Schillerfest im November 1886 zum lyrischen Element in Schillers Dramen. Sie war die erste Frau, die der Schillerverein zu einem Festvortrag einlud.


  32. AdF - Allgemeiner deutscher Frauenverein
    BDF - Bund deutscher Frauenvereine
    FBV - Frauenbildungsverein
    VfFV - Verein für Familien- und Volkserziehung

    © Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V., Leipzig. 2004.

    Recherche: Brigitte v. Förster.

    Wegeplan und Typographie: Graphik-Design Damm&Fiedler.

    Außerdem waren an der Erarbeitung des Textes beteiligt: Annerose Kemp, Horst Kemp, Beate Klemm, Johanna Ludwig, Hannelore Rothenburg und Dr. Susanne Schötz.

    Wir danken Frau Anett Müller, Stadtarchiv Leipzig und Frau Marlene Kaminski, Bibliothek des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.