Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V.

Biografisches zu Louise-Otto Peters

Am 26. März 1819 wird Louise Otto in Meißen als jüngste Tochter eines Juristen geboren. Sie besucht die Schule bis zur Konfirmation, die auf ihren Wunsch um ein Jahr hinausgeschoben wird, damit sie dort ein Jahr länger lernen kann. Danach kann sie als Mädchen nur noch autodidaktisch ihr Wissen erweitern und vertiefen. 16jährig verliert sie die Eltern, 22jährig den ersten Verlobten.

Früh wendet sie sich dem Schreiben zu. Zuerst entstehen Gedichte. Ab 1843 tritt sie mit Romanen und journalistischen Beiträgen in die Öffentlichkeit. Schon in dieser Zeit sieht sie in der Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht. Sie nimmt Verbindung zu Literaten in Leipzig auf und kommt mit der freireligiösen Bewegung in Berührung. 1846 erscheint ihr zensierter Roman "Schloß und Fabrik". Von den zahlreichen in der Revolutionszeit 1848/49 veröffentlichten Artikeln und Gedichten erlangt besonders die "Adresse eines Mädchens" Berühmtheit, in der sie von der bürgerlichen sächsischen Regierung fordert, bei der Organisation der Arbeit die Frauen nicht zu vergessen. 1849 gründet sie die "Frauen-Zeitung" mit dem Motto "Dem Reich der Freiheit werb' ich Bürgerinnen", die in Sachsen Ende 1850 verboten wird und dann doch bis Mitte 1853 in Gera erscheint.

Mit dem Schriftsteller August Peters, der als Teilnehmer an den Revolutionskämpfen von 1848/49 sieben Jahre Kerkerhaft verbüßen muß, verlobt sie sich im Gefängnis.1858 findet die Hochzeit statt. Ab 1859 arbeitet das Ehepaar in Leipzig, u. a. gemeinsam an der "Mitteldeutschen Volks-Zeitung". 1864 stirbt August Peters. 1865 wird Louise Otto-Peters Vorsitzende des ersten Frauenbildungsvereins und des Allgemeinen deutschen Frauenvereins, die in Leipzig gemeinsam mit Auguste Schmidt, Ottilie von Steyber und Henriette Goldschmidt gegründet werden. Insbesondere setzt sie sich für das Recht der Frauen auf Bildung und das Recht der Frauen auf Erwerbsarbeit ein. Mit Auguste Schmidt gibt sie bis zu ihrem Tod am 13. März 1895 in Leipzig die Zweiwochenzeitschrift des Allgemeinen deutschen Frauenvereins "Neue Bahnen" heraus.

Louise Otto-Peters veröffentlichte etwa 60 Bücher, darunter 28 meist mehrteilige Romane, Erzählungen, Novellen, Opernlibretti, historische Reflexionen, Streitschriften und Essays. Ihrer Feder entstammen ungezählte Gedichte und journalistische Beiträge. Sie war Mitglied des Schriftstellerverbandes und Ehrenmitglied des Wiener Grillparzer-Vereins und nahm an Philosophenkongressen teil. Seit 100 Jahren erinnert in Leipzig ein Denkmal an sie.

Die Geschichte aller Zeiten hat es gelehrt und die heutige ganz besonders, daß Diejenigen, welche selbst an ihre Rechte zu denken vergessen, auch vergessen wurden.

Louise Otto, Adresse eines Mädchens ... (in: Leipziger Arbeiter-Zeitung, Nr. 4 v. 20. Mai 1848)