(Eingetragener Verein –
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Leipzig, Mitte März 2009
Liebe Angehörige unserer Gesellschaft,
sehr geehrte Sympathisantinnen und Sympathisanten,
wir nähern uns dem 190. Geburtstag unserer
Namensgeberin, am 26. März ist es soweit. Dann werden vor allem in ihrer
Geburtsstadt die „Glocken geläutet“. Eine Festwoche steht dort ins Haus, die am
24. März in der Stadtbibliothek Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke eröffnen und wo unser Vorstandsmitglied Prof. Dr.
Susanne Schötz den Festvortrag halten wird. Sie endet
am 29. März mit einem Stadtspaziergang auf den Spuren von Louise Otto-Peters
durch die Elbestadt mit Gabi Kluge und Walfriede Hartmann. Dazu kommen
Veranstaltungen in der Aula des Landesgymnasiums St. Afra, die Eröffnung
unserer Ausstellung „Mit den Muth'gen will ich's
halten“ im Rathausfoyer, Aufführungen des DEFA-Films „Nur eine Frau“, der im
Jahr 1958 nach dem gleichnamigen Roman von Hedda Zinner entstand und eine
Lesung aus Briefen und literarischen Texten Louises und ihres späteren Mannes
August Peters.
Das „Meißner Tageblatt“ hat in seiner zum Anfang jedes
Jahres erscheinenden Sonderausgabe den Spezial-teil
(über 30 Seiten) diesmal der großen Tochter der Stadt gewidmet. In Wort und
Bild werden ihr Lebens-weg und Werk anschaulich
dargestellt. Die fundierten, vielseitigen Beiträge mit vielen neuen
Erkenntnissen stammen aus der Feder von Dr. Irina Hundt, Johanna Ludwig, Prof.
Dr. Susanne Schötz,
Wie schon im vorigen Rundbrief angekündigt, werden wir
des Ehrentages in Leipzig vor allem am 2. April mit einem literarisch-musikalischen
Programm gedenken. Die Schauspielerin Maja Chrenko
liest 19.00 Uhr im Schillerhaus – in dessen Nachbarschaft im damaligen Gohlis verbrachte Louise in den 1840er Jahren bekanntlich
mehrere Sommermonate – aus bisher unveröffentlichten Erinnerungen unserer
Namensgeberin an diese Zeit, die für sie äußerst prägend und ermutigend war.
Am Geburtstag legen wir 15.00 Uhr am Grabstein im Lapidarium des Alten Johannisfriedhofs Blumen nieder. Für
den 5. April laden Gerlinde Kämmerer und Dr. Ilona Henker zum Spaziergang „Auf
Louises Spuren durchs Rosental“ ein (Treffpunkt 14.00
Uhr am Schillerhaus, Menckestr. 42 – telefonische Anmel-dung erbeten unter 0341/5662456).
Anlässlich des Jubiläums wird es am 15. Mai an der TU
Dresden ein Wissenschaftliches Kolloquium zum Thema: „Louise Otto-Peters und
die Revolution von 1848/49“ geben. Dazu laden die Professur für Wirt-schafts- und Sozialgeschichte des Instituts für
Geschichte und das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde ein. Damit
wird nun auch in Dresden, wo Louise besonders in der Revolutionszeit viele Mitstrei-terinnen und Mitstreiter wusste, der Blick
intensiver auf sie gerichtet (vielleicht wird es in der Landeshaupt-stadt
bald auch die längst beantragte Benennung einer Straße nach ihr geben). In der
sächsischen Residenz verfolgte sie schon in der Vormärzzeit von der „Damengallerie“ aus öfter Sitzungen des Sächsischen Land-tags. Hier erwirkte sie 1846 die Audienz beim
Sächsischen Innenminister von Falkenstein zur Rettung ihres Romans „Schloß und Fabrik“. Hierher richtete sie am 20. Mai 1848
ihre „Adresse eines Mädchens“ mit der Forderung: „Vergessen Sie bei der
Organisation der Arbeit die Frauen nicht!“, die nach 161 Jahren immer noch
aktuell ist, man denke nur an die um 25% niedrigere Entlohnung von Frauenarbeit!
Von Louises stetem Kampf für Frauenrechte wissen wir viel aus der „Frauen-Zeitung“,
deren Erscheinen sich nun am 20. April zum 160. Mal jährt und deren Verbot in
Sachsen Ende 1850 in Dresden ausgesprochen wurde.
Es war für uns eine freudige Überraschung, dass ein
kleines Originalfoto von Louise zusammen mit einer Ausgabe von „Schloß und Fabrik“ in der Ausstellung „Kopf oder Zahl.
Leipziger Gesichter und Geschichten 1858 – 2008“ des Leipziger Museums der
Bildenden Künste anlässlich seines 150. Gründungsjahres vom
9. November bis 8. Februar zu sehen war. Im Leporellofaltblatt
zur Ausstellung „die Sprache Deutsch“ des Deutschen Historischen Museums in
Berlin (noch bis 3. Mai) ist sie mit einer Sprechblase vertreten: „Wer
kennt im Ausland schon Luise(!)
Otto-Peters? Hier weiß ja schon niemand, wer ich bin!“. Ganz so ist es ja doch
nicht! Erst kürzlich erhielten wir von unserem Vereinsmitglied Teruko Yamada ihre in Japan
verteidigte Dissertationsschrift: „Louise Otto-Peters – Das Zentrum ihrer
Gedanken und Handlungen: Die bürgerliche Frauenbewegung in Deutschland während
des 19.Jahrhunderts“. Weiterhin ergänzt eine Kopie des Kapitels über die
Frauenfrage in Deutschland aus der 1884 in London von Theodore Stanton edierten
Schrift „The Woman Question in Europe“ unsere Sammlungen. Die Spur dazu fanden
wir in den „Neuen Bahnen“, die dankenswerterweise unser Vereinsmitglied Dr.
Cordelia Scharpf aufgenommen hat. In der Zeit der
globalen Finanzkrise sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich Louise schon
1869 in dem kleinen Roman „Aus der Börsenwelt“ mit diesem Thema befasst hat.
Nun noch zum Vormerken zwei wichtige Termine:
Nach Beschluss des Vorstandes der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V. wird
die Jahresversammlung 2009 am Mittwoch, dem 24. Juni, 18.00 Uhr, in
Leipzig stattfinden. Der 17. Louise-Otto-Peters-Tag ist für den 20./21.
November geplant.
„Humanität ist der Weg zur Freiheit und die Freiheit
selbst“, heißt es bei Louise – noch ehe
ihre „Frauen-Zeitung“ erschien – Anfang 1849 in der von Louise Dittmar in
Leipzig herausgegebenen Zeitschrift „Soziale Reform“ .
In diesem Sinne beste Wünsche und Grüße von Ihrer
Johanna Ludwig