Louise-Otto-Peters-Gesellschaft

(Eingetragener Verein – Gemeinnützigkeit anerkannt – Steuer-Nr.: 230 / 140 / 02901/ K01)

c/o Johanna Ludwig Fritz-Siemon-Straße 26/011   04347 Leipzig     Tel./Fax: O341/2314371

Konto-Nr.: 11 40 10 99 08  bei Sparkasse Leipzig. BLZ: 860 555 92

Internet: www.louiseottopeters-gesellschaft.de

 

 

 

                       Leipzig, Mitte März 2009

 

Liebe Angehörige unserer Gesellschaft,

sehr geehrte Sympathisantinnen und Sympathisanten,

 

wir nähern uns dem 190. Geburtstag unserer Namensgeberin, am 26. März ist es soweit. Dann werden vor allem in ihrer Geburtsstadt die „Glocken geläutet“. Eine Festwoche steht dort ins Haus, die am 24. März in der Stadtbibliothek Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke eröffnen und wo unser Vorstandsmitglied Prof. Dr. Susanne Schötz den Festvortrag halten wird. Sie endet am 29. März mit einem Stadtspaziergang auf den Spuren von Louise Otto-Peters durch die Elbestadt mit Gabi Kluge und Walfriede Hartmann. Dazu kommen Veranstaltungen in der Aula des Landesgymnasiums St. Afra, die Eröffnung unserer Ausstellung „Mit den Muth'gen will ich's halten“ im Rathausfoyer, Aufführungen des DEFA-Films „Nur eine Frau“, der im Jahr 1958 nach dem gleichnamigen Roman von Hedda Zinner entstand und eine Lesung aus Briefen und literarischen Texten Louises und ihres späteren Mannes August Peters.

Das „Meißner Tageblatt“ hat in seiner zum Anfang jedes Jahres erscheinenden Sonderausgabe den Spezial-teil (über 30 Seiten) diesmal der großen Tochter der Stadt gewidmet. In Wort und Bild werden ihr Lebens-weg und Werk anschaulich dargestellt. Die fundierten, vielseitigen Beiträge mit vielen neuen Erkenntnissen stammen aus der Feder von Dr. Irina Hundt, Johanna Ludwig, Prof. Dr. Susanne Schötz, Sonja Voigt und Klaus Harder, der auch die Redaktion dafür in der Hand hatte. Selbstverständlich kommt auch Louise selbst zu Wort, nicht nur mit vielen Zitaten in den Beiträgen, sondern auch mit Ausschnitten aus „Schloß und Fabrik“ und „Frauenleben im deutschen Reich“ sowie dem Artikel „Mädchenunterricht in früherer Zeit“. Erfreulicherweise sind die in unseren Tagen entstandenen Gemälde von Klaus Zürner (Radebeul) und Margit Grüger (Berlin) mit in das Heft aufgenommen worden. Zu lesen ist von Gerlinde Kämmerer über die Arbeit unserer Gesellschaft. Wer vor allem „in der Ferne“ am „Louise-Otto-Peters-Spezial“ interessiert ist, kann es über das Louise-Otto-Peters-Archiv, Dresdner Straße 82, 04317 Leipzig (Tel./Fax: 0341/52917185), gegen einen Obolus von 3,00 Euro erhalten, „solange der Vorrat reicht“.

Wie schon im vorigen Rundbrief angekündigt, werden wir des Ehrentages in Leipzig vor allem am 2. April mit einem literarisch-musikalischen Programm gedenken. Die Schauspielerin Maja Chrenko liest 19.00 Uhr im Schillerhaus – in dessen Nachbarschaft im damaligen Gohlis verbrachte Louise in den 1840er Jahren bekanntlich mehrere Sommermonate – aus bisher unveröffentlichten Erinnerungen unserer Namensgeberin an diese Zeit, die für sie äußerst prägend und ermutigend war.

Am Geburtstag legen wir 15.00 Uhr am Grabstein im Lapidarium des Alten Johannisfriedhofs Blumen nieder. Für den 5. April laden Gerlinde Kämmerer und Dr. Ilona Henker zum Spaziergang „Auf Louises Spuren durchs Rosental“ ein (Treffpunkt 14.00 Uhr am Schillerhaus, Menckestr. 42 – telefonische Anmel-dung erbeten unter 0341/5662456).

Anlässlich des Jubiläums wird es am 15. Mai an der TU Dresden ein Wissenschaftliches Kolloquium zum Thema: „Louise Otto-Peters und die Revolution von 1848/49“ geben. Dazu laden die Professur für Wirt-schafts- und Sozialgeschichte des Instituts für Geschichte und das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde ein. Damit wird nun auch in Dresden, wo Louise besonders in der Revolutionszeit viele Mitstrei-terinnen und Mitstreiter wusste, der Blick intensiver auf sie gerichtet (vielleicht wird es in der Landeshaupt-stadt bald auch die längst beantragte Benennung einer Straße nach ihr geben). In der sächsischen Residenz verfolgte sie schon in der Vormärzzeit von der „Damengallerie“ aus öfter Sitzungen des Sächsischen Land-tags. Hier erwirkte sie 1846 die Audienz beim Sächsischen Innenminister von Falkenstein zur Rettung ihres Romans „Schloß und Fabrik“. Hierher richtete sie am 20. Mai 1848 ihre „Adresse eines Mädchens“ mit der Forderung: „Vergessen Sie bei der Organisation der Arbeit die Frauen nicht!“, die nach 161 Jahren immer noch aktuell ist, man denke nur an die um 25% niedrigere Entlohnung von Frauenarbeit! Von Louises stetem Kampf für Frauenrechte wissen wir viel aus der „Frauen-Zeitung“, deren Erscheinen sich nun am 20. April zum 160. Mal jährt und deren Verbot in Sachsen Ende 1850 in Dresden ausgesprochen wurde.

 

Es war für uns eine freudige Überraschung, dass ein kleines Originalfoto von Louise zusammen mit einer Ausgabe von „Schloß und Fabrik“ in der Ausstellung „Kopf oder Zahl. Leipziger Gesichter und Geschichten 1858 – 2008“ des Leipziger Museums der Bildenden Künste anlässlich seines 150. Gründungsjahres vom

9. November bis 8. Februar zu sehen war. Im Leporellofaltblatt zur Ausstellung „die Sprache Deutsch“ des Deutschen Historischen Museums in Berlin (noch bis 3. Mai) ist sie mit einer Sprechblase vertreten: „Wer kennt  im Ausland schon Luise(!) Otto-Peters? Hier weiß ja schon niemand, wer ich bin!“. Ganz so ist es ja doch nicht! Erst kürzlich erhielten wir von unserem Vereinsmitglied Teruko Yamada ihre in Japan verteidigte Dissertationsschrift: „Louise Otto-Peters – Das Zentrum ihrer Gedanken und Handlungen: Die bürgerliche Frauenbewegung in Deutschland während des 19.Jahrhunderts“. Weiterhin ergänzt eine Kopie des Kapitels über die Frauenfrage in Deutschland aus der 1884 in London von Theodore Stanton edierten Schrift „The Woman Question in Europe“ unsere Sammlungen. Die Spur dazu fanden wir in den „Neuen Bahnen“, die dankenswerterweise unser Vereinsmitglied Dr. Cordelia Scharpf aufgenommen hat. In der Zeit der globalen Finanzkrise sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich Louise schon 1869 in dem kleinen Roman „Aus der Börsenwelt“ mit diesem Thema befasst hat.

 

Nun noch zum Vormerken zwei wichtige Termine: Nach Beschluss des Vorstandes der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V. wird die Jahresversammlung 2009 am Mittwoch, dem 24. Juni, 18.00 Uhr, in Leipzig stattfinden. Der 17. Louise-Otto-Peters-Tag ist für den 20./21. November geplant.

 

„Humanität ist der Weg zur Freiheit und die Freiheit selbst“,  heißt es bei Louise – noch ehe ihre „Frauen-Zeitung“ erschien – Anfang 1849 in der von Louise Dittmar in Leipzig herausgegebenen Zeitschrift „Soziale Reform“ .

In diesem Sinne beste Wünsche und Grüße von Ihrer Johanna Ludwig